Sonntag, 19. Juni 2011

Vorsicht ist die Kunst der Nähe

Den Fuß setzen auf fremde Steine,
die Hände ungewiss ins Dunkel strecken,
niemals wirklich sicher sein.
Liebe ist ein Schmetterlingsflügel
und Vorsicht
ist die Kunst der Nähe.

Freitag, 3. Juni 2011

...

Du bist vor allem ein Geheimnis.
Du bist vor allem schön.
Du bist mattschimmernd.
Ein Buch mit Seiten aus
gebrochener Seide,
ein Hemd aus dem Staub
müder Sterne,
ein Rosenbusch aus Rätseln,
finster leuchtend in sehr
dunklem Rot

Weisst du?

Weisst du,dass jedesmal
wenn du nicht mehr schlafen kannst,
du aufwachst,mitten in der Nacht,
weil deine Dämonen um dich ringen,
wenn die Stille schwer und unwirtlich wird,
weisst du,dass du dann nicht alleine bleiben musst,
weil jederzeit
ein Seelenohr,ein Seelenmund
nur auf dich warten?
Jetzt weisst du es...

Schöner sterben

Ich möchte dich essen,trinken,einatmen,
Jeder Pore meiner Haut dich einverleiben.
Dich aufnehmen so und ausschwitzen.
Möchte im Taumel mit dir verschmelzen,
mich mit dir vertauschen,ganz und völlig
durchströmt werden von dir.
Gewähr mir die Bitte:
Gib mir dein Innerstes!
Gib mir dein Äusserstes!
Gib es mir jetzt!
Jeder Schweisstropfen
ein Kleinod unter Glas.
Jede Berührung Selbsterkenntnis:
Drohe bei jedem Stöhnen und Erzittern
zu zerspringen.
Schöner sterben.

Das Geheimnis

Die Alten kannten noch das Geheimnis,
wussten um Sinn und Wunder.
"Sie erkannten sich",
in den alten Schriften ist damit gemeint,
nicht nur einander beizuwohnen
in schaler,hastiger Vereinigung,
sondern einander in den Grundtiefen zu
erfahren,
die Energiefelder zum Glühen zu bringen,
so dass sie in einer Farbe leuchten.
Unsere schnelle Zeit hat das vergessen.
Lass uns wie die Alten sein...

Verzweiflung

Sonnenaufgang,Sonnenumtergang,
Tod und Teufel.
Manchmal sind uns alle Wege veschlossen.
Wir werden uns beizeiten eine Höhle zu suchen haben,
die uns schützt vor Wind und Regen und Kälte,
ein Raum,in dem unsere Einsamkeit aushaltbar scheint,
ein Fell,ein Bauch.
Irgendwann kommt der Tag,
an dem wir um Erlösung betteln,
nur,an wen sollen wir uns wenden,als an uns selbst?
Wir werden Hand an uns legen wollen,
wir werden alle wie wild sein und schreien,
unsere Körper schütteln,in wildem Leid.
Oder versteinern,in der Hoffnung,leblos zu werden,
könnte zu leben helfen.
Kein Gott,kein Mensch wird uns hören,
alle Mächte werden Augen und Ohren verschließen,
keine Barmherzigkeit wird unser sein.
Es kommt was kommt-
wir bleiben allein.
Die Luft um uns herum wird dick und stinkt,
ein Meer toter Gelegenheiten.
Uns bleibt keine Wahl.
Es bleibt immer eine Wahl.
Wir müssen ersticken.
Alles hat kaum begonnen
und doch scheint unser Leben vorbeigegangen,
kein Wert und Sinn darin zu finden.
Kein Platz für Kopf,Brust,für Arme und Beine.
Kein Platz zu atmen.
Es ist vorbei.
Es hört nie auf.

Der Engel

Der Engel zittert sich durch Sturm und Nacht,
sein Mantel fehlt,ihm sind die Flügel kalt,
es ist schon spät,keiner hat ihm das Bett gemacht,
der immer jung war,er wird nun langsam alt.

In jedem Dunkel ist noch Licht-
er sieht es.
In jedem Schrei ist noch Musik-
er hört sie.
In jedem Tal ist noch ein Weg-
den er findet.

Schwer sind ihm die Augen,
die dich doch sehen.
Müde die Füße,
die zu dir gehen.
Und seine Flügel laden dich ein,
in seiner Wundheit geborgen zu sein.

...

Was lässt sich sagen,
wie beschreiben?
Könnte man die Liebe erklären
wäre es keine Liebe.

In dieser Nacht

Es wäre schön in dieser Nacht zu sterben,
so nah den Sternen,so friedlich schon
und noch so wild.

Andres vor

Ich möchte ja gar nicht mit dir alt werden-
ich will mit dir jung bleiben.
Ich möchte bei dir bleiben-
ich will mit dir weitergehen.
Ich möchte nicht dein Mann werden-
ich will das wir uns werden.