Dienstag, 22. März 2011

Das leere Haus

Wir haben die Stadt aufgeteilt,
Es gibt unsere Plätze und die anderen.
Unsere Bank
Unser Weg
Unser Park
Jetzt riecht die Stadt nach Waisentum,
ist ins Rutschen gekommen,
stimmt nicht mehr.
Unser Haus steht leer.

Beweise,dass es böse ist

Du nennst mich einen schwachen Menschen,
Chaoten auch und Anarchisten-
Was du nicht sagst!?
Beweise,dass es böse ist!

Ich bin nun nichts Besonderes,
hab nichts gemacht aus meines Lebens Frist,
ein fortgesetztes Scheitern war mein Leben.
Beweise,dass es böse ist!

Und andre auch,
wer im Freien schläft,
wer Drogen nimmt und säuft,
denn irgendwie muss er doch
die verdammten Demütigungen
herunterschlucken,
die er durch andere und durch sich selbst
erfahren hat und kein Ende in Sicht...
Beweise,dass es böse ist!

Und wer,dem Einzelnen verpflichtet,
im Staube kniet und sich wie brennend gibt,
den Schwachen und Halbzerstörten ein Lächeln,
den Anderen ein Ärgernis,
hälst du ihn aus?

Eine,die von euren Lügen gar so satt,
zermürbt ist und eure Wahrheit nicht
mehr fressen mag,
mit wahrer Gier ein anderes Leben sucht,
mit lauter Grandiosität auf ihre schiefe Fresse fällt.
Beweise,dass es böse ist!

Und wem eure schöne Barbiewelt zu prächtig,
in ihrer Pracht zu schal,in ihrer Buntheit trist-
"Nein,wie unangenehm und immer ganz in schwarz
und das ganze Metall im Gesicht,
nicht zum Aushalten!"
Anders,immer und vor allem,anders.

Einer,der sich ganz und gar und allen gibt,
dem sehr egal ist,was es kostet,
nur manchmal wichtig,was es bringt,
auch das nicht immer,
wenn er nur sein Gesicht im Spiegel sehen kann,
ohne sich übergeben zu müssen!
"Unerträglich!"Ja,das hatten wir schon...
Beweise,dass es böse ist!

Einer,dessen Dogma es ist,
keine Dogmen zu haben,
deswegen ist er aus der Kirche geflogen,
dann haben ihn die Kommunisten verstoßen,
und in die Läden mit dem schwarzroten Stern
lassen sie ihn nicht mehr rein,
von den sogenannten Volksparteien brauchen wir
an dieser Stelle gar nicht erst zu reden.
Und immer lebt er noch und hat noch immer Freunde,
kommt es auf was andres jetzt noch an?
Einer,der irgendwann mit Lust einst sterben kann.

Und dann auch jene,Frauen und Männer,die
sich für ihresgleichen entschieden haben,
zu lieben,wen sie wollen und lieben,
willst du ihnen den Strick draus drehen?
Gib acht,das reicht nicht,geh heim
 und denke noch mal nach und denk genau...
Beweise,dass es böse ist!

Zun Schluss auch noch die,die anders sind,
die leben unter den Bedingungen von irgendwas-
tote Ohren,tote Augen,keine Sprache,andres Land,
Bewegungen nicht unter Kontrolle,
keinen Verstand in deinem Sinne.
Sie dürfen,sie können,sie sind zu Recht da!

Komm zur Ruhe,sieh dich an!
Frage keinen,doch hinterfrage dich!
Beweise,dass es böse ist!

Du kannst es nicht.
Du kannst es nicht.
Beweise,beweise es!
Beweise,dass es böse ist!

Dukannst es nicht.
Du kannst es nicht.
Beweise,beweise es!
Beweise,dass es böse ist!

Samstag, 19. März 2011

Der Liebende

So trinke auf dem Grund jeder Nacht
Empfindungen mit zunehmendem Durst,
jedes Wort erschütternd,
schwere Fragen aufwerfend,
an den Grundfesten rührend,
fast unaushaltbar intensiv,
der Liebe verpflichtet.

Komm mit

Gehe mit mir
die gewundene Treppe
in beide Richtungen,
tanze den Tanz mit mir,
trinke den Schwindel,
in jeder Hinsicht wesentlich,
mal schwer,mal leicht,
doch immer,immer sehr.

Freitag, 18. März 2011

Der Tag

Morgens

Das Blei des Vergessens
verschweigt den Preis
des Beharrens-wie lang?

Mittags

Das weiße Feuer brennt
seine fragende Spur in den Tag,
der morgen war-warum?

Abends

Die Vielheit im bunten Egal
wird lauter und schneller,
vergeblich-wofür?

Nachts

Die Stille brüllt,
das Wachs der Verbindung
fängt Feuer,
kein Wort dringt durch-wer?

Dienstag, 8. März 2011

Wunderatmer

Ich bin mein Leben lang
ein Wunderatmer geblieben,
ein Rätsellösungwohlversucher
und demütig geübt darin.

Montag, 7. März 2011

Legende

Legendenbildung ist der entscheidene Trieb.
Weil wir im Grunde herzlich wenig wissen.
Wissen nicht wohin wir gehen,
woher wir kamen,wie alles funktioniert.
Weil ungenaue Anhaltspunkte alles sind
was wir haben,müssen wir Legenden machen,
die wir ertragen und überblicken.

Vieh,das in der Wüste weidet

Irgendwann einmal alles verstehen,
keine Unergründlichkeiten.
Irgendwo mal einen Haken hinter machen,
und kein weiteres Fragezeichen.
Zu verstehen warum man nicht versteht,
wäre eventuell schon genug.
Nüchtern und unentsetzt,
zufrieden mit dem Ungenügen,
die Welt ist ein unerkanntes Gesetz.
Der Hirne Kinder sind missraten,
wer ist man nur und woran leidet man?
Gescheitert an der Unbesambarkeit der Weite,
ein Vieh,das in der Wüste weidet.

Mut

Sein Leben zu leben
 ist mutig.
Nicht Held sein,
nicht hoch hinaus,
ein ganz normales Leben
mit Einkauf und Wäsche
und Sonntagskaffee
zu leben ist mutig.

Liebesspiel

Anmutig neigt sich die Zartheit unserer Glieder einander zu und flüstert.
Rehe im Wald,sich zärtlich beschnuppernd.

Einer Quelle gleich springt unsere Kraft aus dem Mamor der Körper hervor.
Wasser der Lust,die überfließen.

Ineinander verflochten sind wir-wer will uns trennen?
Im Regen unserer Erregung leuchtet das Blattwerk feucht.

Glänzendes Element.
Wir sind aus brennendem Silber.

Hinterfragt

Sagte da wer,die Liebe sei leicht?
Er hat sich geirrt,die Liebe ist schwer.

Es ist süßschwer,wenn sie kommt,
in der Erschütterung zu sein,
die sie auslöst,
in jedem Moment
jeglicher Sicherheit,
aller Souveränität verlustig.
Es ist süßschwer so neu zu sein
und allen Stürmen offen.

Es ist schwer,wenn sie bleibt,
jeden Tag aufs neue die Kräfte
zu bannen,die die Liebe vertreiben
wollen-Erinnerung,Erfahrung,Ängste,
Alltag,Gewöhnung,Routine,Versuchung.

Es ist schwer,wenn sie geht,
den Verlust zu ertragen,
seinen Anteil  auf sich zu nehmen,
mit Verletzung und Schmerz
am Leben zu bleiben.

Sagte da wer,die Liebe sei leicht?
Er hat sich geirrt,die Liebe ist schwer.

Einsam

Die Nacht,eine Tür worein mein Schlüssel passt-mehr nicht.
.
Ein Blick aus dem Fenster auf den verschneiten Park,
immer hell,ein paar Laternen bescheinen die Flächen.
Mehr nicht.

Die Nacht,eine Tür worein mein Schlüssel passt-mehr nicht.

Nur eine Feder,die übers Papier kratzt,Zigarettenrauch,
eine Kerze und die Lieder von Brel.
Mehr nicht.

Aussöhnung (Die Traurigkeit)

Willkommen Schwarze Königin,
kommst du erneut dein Reich
in Augenschein zu nehmen?
Sag mir,wie findest du dein Land,
nach langer Abwesenheit,
findest du es schlecht bestellt?
Immer noch ist dein Platz hier,
zwischen deinen Schatten,die
blasser geworden sind und rarer.
Dein Thron ist von einem neuen
Leuchten mürbe geworden,
noch hält er dich,nimm Platz.
Ich brauche dir nicht mehr
meine Streitmacht entgegenzusenden
und keine Diplomaten,denn
auch du kommst allein.
So wohne denn hier,
schwarze Königin,
so lange es dir gefällt.
Willkommen,schwere,alte Freundin.

Die Unendlichkeit

Irgendwo warten die Toten auf uns.
Sie harren unserer Ankunft,dort,
wohin sie gegangen sind,
nachdem sie uns verließen.

Es lärmt in der Unendlichkeit,
ein schöner Krach.
Eisiges,klirrendes Lachen.

Die Toten lachen unentwegt,
sie können nicht anders.
Sie sind tot und
haben die entsprechende Perspektive.

Manchmal in den langen Nächten
kannst du die Toten lachen hören.

In deinen Träumen kannst du sie sehen
und es gibt Tage,an denen ihre Stimmen
in deinem Kopf wohnen,
dir die Ruhe nehmen
und dir ein bisschen Angst machen.

Tote kennen kein Mitleid.

Mittwoch, 2. März 2011

Sternaugenrätsel

Deine Augen sehen auf meinen Grund,
bleiben unten,steigen auf,
leuchten mir an meinem Himmel.
Rätsel voller Wunder,
Wunder voller Rätsel,
ein Balsam und ein Stachel
und irgendwie so an mir,
wie mein rechter Arm,
so in mir,
wie jedes kaum geahnte Geheimnis,
das ich in mir trage,
so unlösbar,
wie die Wurzel aus unendlich,
so irreal wie die Zahl PI,
so wirklich,
wie jeder Buchstabe,
den ich schrieb.