Sonntag, 27. November 2011

Scheiß auf die Erkenntnis



Ich hab keine Lust mehr das Problem zu sein,
und über mich nachzudenken.
Es bringt keinen Spaß mit seinem Kopf allein zu sein,
am liebsten würde ich mich ertränken.

Scheiß auf die Erkenntnis,
her mit dem Glück.
Ich entwickle mich zurück.

Ich geh durch meinen Kopf, wie durch einen dunklen Wald,
ich kenn alle seine Räume,
ich hab keine Lust ein kleines Rad zu sein,
ich werd zum Henker meiner Träume.

Scheiß auf die Erkenntnis...

Immergleiche Dinge, es bewegt sich gar nichts,
alles ist so öde, ich krieg `nen  Schaden,
und ich dreh mich im Kreis.
So langsam werd ich blöde.

Scheiß auf die Erkenntnis...
Tanz dein Gehirn!

Stürzen der Sterne



Wer spricht von der Einsamkeit der Sternschnuppen?

Keiner denkt daran.
Alle freuen sich wenn Sterne stürzen und wünschen sich eifrig irgendwas.


Was ich will



Ich will mich in dich hineintanzen.

Irrtümer



Wir stecken nicht den Rahmen ab, aber der Rahmen uns.
Wir schaffen keine Bedingungen, wir sind bedingt.
Wir sind nicht machtlos, die Macht macht sich los.
Wir sind sowohl die Steine, als auch das Haus, aber nicht der Bauplan.
Wir treffen Aussagen und sind getroffen.
Wir landen Treffer und sind ausgesagt.
Wir gehören der Welt an, aber sie gehört uns nicht.

Schon mal gehört? Ja, aber...


Immer noch



Ich bin eine Kuh wenn’s donnert,
der Ochs vorm Berg.
Ich bin das Glück in der Senke, ein ungewaschenes Kind.
Ich mache Geschenke deren Beine Flügel sind.

Ich tute und ich hupe und ich bleibe am Ball.
Alles was ich anfange endet mit einem Knall.

Ich durchwandere deine Träume.
Ich bin sehr lebendig, auch wenn ich nicht immer laut bin.

Ich bin was ich bin und etwas, gegen das es kein Kraut gibt.

Hilf der Biene auf die Blüte



Ich bin das Brot, das ihr schneidet.
Ich bin das Tier, das leidet.
Ich bin die Lampe, die euch erleuchtet.
Ich  bin die Kinder, die ihr verscheuchtet.
Ich bin der Fluss, den ihr verseuchtet.
Ich bin das AKW, das explodiert.,
Ich bin der Kampf, der eskaliert.

Ich könnte das werden, was ihr immer gerne werden wolltet.
Doch ich bin lieber das, was ihr nicht versteht.
Weil ich bunt bin und nicht grau.
Ich bin.

Der Talisman



Da breitet ein Leuchten sich aus
auf den Steinen,
heb es auf und steck es zu dir.

Da ist ein Glitzern auf den Zweigen
fang es ein und behalte es.

Da ist ein Ungesagtes zwischen den Worten
hör ihm zu und gib ihm seinen Platz.

Da bergen sich Gesten
unbestimmten Schenkens im Überall
sammle ihren Wert.

Da ist eine Kraft, die manchmal hustet
und sich nicht kennt
gib ihr einen Namen.

Da ist ein Schönes im Nirgendwo
und ist ein Schönes, ist ein Schönes,
ist ein Schönes
fasse seinen Spiegel.

Leuchten, Glitzern, Ungesagtes
Schenken, Kraft und Schönes

aus diesem formt ein Talisman sich dir,
ein Für Dich und Immer da.     

Es regnet ein Sehnen



Es regnet ein Sehnen,
der Sturm zieht nicht vorbei.

So sehr liebe,
dass es wehtut.

Liebe muss sein
wie ein Gottesbeweis.

Fühle dich wie eine Offenbarung,
geheimes, mächtiges Zeichen.

Der Himmel kleidet sich
in Dornen.

Lust brennt hell und laut,
kein Stein bleibt auf dem
andern.

So sehr…
So sehr…
So sehr liebe,
dass es weh tut.

Ich liebe dich vom Ende her



Ich liebe dich vom Ende her.
Passionsblumen.
Granatäpfel
Und schwarze Baccara.
Geschnittene Ähren auf dem Tisch,
der uns gedeckt ist.
Die Kerze brennt.
Den Bogen streicht
die Knochenhand.
Vanitas, Vanitas.

Uns blüht der Mohn,
die Welle steigt,
und weiße Fohlen
tanzen ihre Namen.
Wie will es später sein?
Ein wenig salzig
unser Lachen immer.
Und ist der Flieder
längst verblüht,
des Mondlichts Milch
umspült uns bleich.
Ich liebe dich vom Ende her.

Bevor ich sterbe

Der Regentropfen im Fluß ist unauffindbar nicht,
es scheint so.
Die eine Schneeflocke in ganz Alaska find ich dir.
Ich such nach der schwersten deiner Tränen im Ozean.
Ich finde einen Weg in deinen allerschwersten Traum
und bin darin der milde Augenschein.
Ich leg aus Wolken dir den Weg,
der vom Nirgendwo ins Irgendwo führt.
Ich küsse das Gestern dir zum morgen.
Noch dein Verlassen werde ich lieben.
Und dich so lieben,dass
bevor ich sterbe alles Werk getan sein wird
und Tod Leben ist.

Montag, 29. August 2011

Flugstunde


Wenn sich die Nahtstellen unserer Lust
wie Tiere ineinander schmiegen,
dann sind wir endlich aus einem Guss,
können wir fliegen.

Die Sprache



Eine alte Stadt mit kleinen, verwirrten Gassen,
und Plätzen mit dem Charakter uralter Verwunschenheit.

Brücken, deren Pfeiler rosten,
über verschwiegenen Flüssen,
die sich eilig sehnend dem Meer entgegenstürzen.

Mit lichten Bezirken und gepflegten Vorgärten,
- unklare Vergangenheit und ungewisse Zukunft.

Gegenden unbeschreiblicher Düsternis,
in denen der Moder blüht,
und jede Erinnerung verborgen bleibt- Schutt und Asche.

Mauern babylonischer Höhe,
die Winkel bilden,
sich dem Himmel unduldsam entgegenrecken.

Gewirr von Strassen,
unaufgelöst, voller Knoten,
ohne Anfang, ohne Ende.

Der Kinderkreuzzug



Der Zug der Kinder nähert sich auf krummen Wegen,
sie kommen zahlreich,
ihr Land in Besitz zu nehmen.
Sie werden nicht mehr bitten,
sich nichts mehr verbieten lassen,
ihre Zeit ist gekommen,
sie wissen, wir sind alt geworden.
Ihre Augen, wie Leuchtmunition am Himmel unseres Alptraums.
Schrammen und blaue Flecken, tiefe Wunden sind ihr Wappen,
daran sollt ihr sie erkennen,
und am Strahlen ihrer geknechteten Seelen.
Versucht nichts, flieht nicht, kämpft nicht,
denn ihre Rache ist gerecht.

Daunenfeder


Er ist ein Künstler,
was soll man dazu noch mehr sagen,
ein Schöngeist,
lebt in seiner Welt
und tritt erschrocken vor dem Leben zurück.

Er wird noch einmal viel bedeuten,
wenn er bis dahin überlebt,
wird sich, womöglich,
über viele noch erheben,
wenn er nicht untergeht.

Noch erinnert er an einen,
der wie ein schönes, scheues Tier,
das helle Licht in seinen Augen fängt,
und still steht.

Zu zart, zu weich, zu fein gegliedert,
ein Kolibri im Adlerhorst,
gebt ihm ein Kleid, das nicht sehr drückt
und ihn bis zu seiner Zeit beschützt.

Sonntag, 19. Juni 2011

Vorsicht ist die Kunst der Nähe

Den Fuß setzen auf fremde Steine,
die Hände ungewiss ins Dunkel strecken,
niemals wirklich sicher sein.
Liebe ist ein Schmetterlingsflügel
und Vorsicht
ist die Kunst der Nähe.

Freitag, 3. Juni 2011

...

Du bist vor allem ein Geheimnis.
Du bist vor allem schön.
Du bist mattschimmernd.
Ein Buch mit Seiten aus
gebrochener Seide,
ein Hemd aus dem Staub
müder Sterne,
ein Rosenbusch aus Rätseln,
finster leuchtend in sehr
dunklem Rot

Weisst du?

Weisst du,dass jedesmal
wenn du nicht mehr schlafen kannst,
du aufwachst,mitten in der Nacht,
weil deine Dämonen um dich ringen,
wenn die Stille schwer und unwirtlich wird,
weisst du,dass du dann nicht alleine bleiben musst,
weil jederzeit
ein Seelenohr,ein Seelenmund
nur auf dich warten?
Jetzt weisst du es...

Schöner sterben

Ich möchte dich essen,trinken,einatmen,
Jeder Pore meiner Haut dich einverleiben.
Dich aufnehmen so und ausschwitzen.
Möchte im Taumel mit dir verschmelzen,
mich mit dir vertauschen,ganz und völlig
durchströmt werden von dir.
Gewähr mir die Bitte:
Gib mir dein Innerstes!
Gib mir dein Äusserstes!
Gib es mir jetzt!
Jeder Schweisstropfen
ein Kleinod unter Glas.
Jede Berührung Selbsterkenntnis:
Drohe bei jedem Stöhnen und Erzittern
zu zerspringen.
Schöner sterben.

Das Geheimnis

Die Alten kannten noch das Geheimnis,
wussten um Sinn und Wunder.
"Sie erkannten sich",
in den alten Schriften ist damit gemeint,
nicht nur einander beizuwohnen
in schaler,hastiger Vereinigung,
sondern einander in den Grundtiefen zu
erfahren,
die Energiefelder zum Glühen zu bringen,
so dass sie in einer Farbe leuchten.
Unsere schnelle Zeit hat das vergessen.
Lass uns wie die Alten sein...

Verzweiflung

Sonnenaufgang,Sonnenumtergang,
Tod und Teufel.
Manchmal sind uns alle Wege veschlossen.
Wir werden uns beizeiten eine Höhle zu suchen haben,
die uns schützt vor Wind und Regen und Kälte,
ein Raum,in dem unsere Einsamkeit aushaltbar scheint,
ein Fell,ein Bauch.
Irgendwann kommt der Tag,
an dem wir um Erlösung betteln,
nur,an wen sollen wir uns wenden,als an uns selbst?
Wir werden Hand an uns legen wollen,
wir werden alle wie wild sein und schreien,
unsere Körper schütteln,in wildem Leid.
Oder versteinern,in der Hoffnung,leblos zu werden,
könnte zu leben helfen.
Kein Gott,kein Mensch wird uns hören,
alle Mächte werden Augen und Ohren verschließen,
keine Barmherzigkeit wird unser sein.
Es kommt was kommt-
wir bleiben allein.
Die Luft um uns herum wird dick und stinkt,
ein Meer toter Gelegenheiten.
Uns bleibt keine Wahl.
Es bleibt immer eine Wahl.
Wir müssen ersticken.
Alles hat kaum begonnen
und doch scheint unser Leben vorbeigegangen,
kein Wert und Sinn darin zu finden.
Kein Platz für Kopf,Brust,für Arme und Beine.
Kein Platz zu atmen.
Es ist vorbei.
Es hört nie auf.

Der Engel

Der Engel zittert sich durch Sturm und Nacht,
sein Mantel fehlt,ihm sind die Flügel kalt,
es ist schon spät,keiner hat ihm das Bett gemacht,
der immer jung war,er wird nun langsam alt.

In jedem Dunkel ist noch Licht-
er sieht es.
In jedem Schrei ist noch Musik-
er hört sie.
In jedem Tal ist noch ein Weg-
den er findet.

Schwer sind ihm die Augen,
die dich doch sehen.
Müde die Füße,
die zu dir gehen.
Und seine Flügel laden dich ein,
in seiner Wundheit geborgen zu sein.

...

Was lässt sich sagen,
wie beschreiben?
Könnte man die Liebe erklären
wäre es keine Liebe.

In dieser Nacht

Es wäre schön in dieser Nacht zu sterben,
so nah den Sternen,so friedlich schon
und noch so wild.

Andres vor

Ich möchte ja gar nicht mit dir alt werden-
ich will mit dir jung bleiben.
Ich möchte bei dir bleiben-
ich will mit dir weitergehen.
Ich möchte nicht dein Mann werden-
ich will das wir uns werden.

Sonntag, 17. April 2011

Schlimm erwacht

Schwebende Felder ziehen im Dunst
und wünschen sich Wurzeln.
Tockene Sinnflut schwappt übers Land
und sehnt sich nach See.
Sinkende Berge ragen hoch auf
und wollen vergehen.
Verloschene Wut glimmt in der
Hoffnung auf Vergebung.
Stummes Herz schlägt lauter,
weil es schreien möchte.
Riesige Zwerge möchten so klein sein dürfen,
wie sie sich fühlen.
Rote Nacht glüht im Widerstreben
gegen blauen Tag.
Schwarzer Schmerz wünscht sich
weiße Tode.

Rhythmus

Warum und überhaupt?
Vorgestern wars vergessen.
Ich hab es nie geglaubt.
Ich habe mir ein Quarkbrot
an die Wand gehängt.
Weil im Auge des Betrachters
Kunst entsteht ist Sinn persönlich.
Übermorgen und vielleicht.
Wieviele Hexen fressen Besen-
wahrscheinlich keine.
Jericho fiel auch nicht gleich um.
Das einzige,was wirklich und
nachhaltig befreit,ist im vollen
Sonnenlicht auf dem Balkon
zu stehen und ausgiebig,ausführlich
und feierlich in der Nase zu popeln.
Links Mitte Rechts
Viertel vor schwarz
Die Merowinger stiegen aus dem Wasser,
fanden die Macht und taten damit wonach
ihnen der Sinn stand.
Überall ist nirgends.
Immer wurde nie geboren.
Neu ist alt nur frisch gewaschen
und im Staub gewälzt.

Samstag, 2. April 2011

Da fragst du noch?

Falls du mich jetzt fragtest,
warum ich dich liebe,
ich wüsste zu antworten:
Sieh dich doch an,
hör dir doch zu,
atme dein Schweigen
für einen Moment,
spür deine Haut,
wandere in deinen Tiefen,
schwinge in deinen Höhen.
Da fragst du noch?

Überfall

Das Schwanken,das Kippen,die Wandlung-
wie, von einem Moment auf den anderen,
in uns unmerklich etwas vorgeht,
die Sonne in unseren Augen zu bluten beginnt,
der Atem, den wir aussenden zu Gift wird
und wir unberührbar,nicht wissen was uns geschieht.
Uns hat der Ekel,würde einer sagen,die Depression,
der Lebensüberdruss.
Das allem innewohnende Zuviel,
das überall vorhandene Zuwenig,
wir merken es sonst kaum,
wähnen uns glücklich,denken es stimme.
Und dann sinkt alles in Trümmer,nimmt
uns den Mut,die Kraft und die Hoffnung.
Einem Überfall gleich,von was für Horden,
auf wessen Befehl?Er geht wie er kam.
Plötzlich ist wieder alles gewesen und vorbei,
wir leben wieder und können uns freuen daran,
wie merkwürdig das ist...

Dienstag, 22. März 2011

Das leere Haus

Wir haben die Stadt aufgeteilt,
Es gibt unsere Plätze und die anderen.
Unsere Bank
Unser Weg
Unser Park
Jetzt riecht die Stadt nach Waisentum,
ist ins Rutschen gekommen,
stimmt nicht mehr.
Unser Haus steht leer.

Beweise,dass es böse ist

Du nennst mich einen schwachen Menschen,
Chaoten auch und Anarchisten-
Was du nicht sagst!?
Beweise,dass es böse ist!

Ich bin nun nichts Besonderes,
hab nichts gemacht aus meines Lebens Frist,
ein fortgesetztes Scheitern war mein Leben.
Beweise,dass es böse ist!

Und andre auch,
wer im Freien schläft,
wer Drogen nimmt und säuft,
denn irgendwie muss er doch
die verdammten Demütigungen
herunterschlucken,
die er durch andere und durch sich selbst
erfahren hat und kein Ende in Sicht...
Beweise,dass es böse ist!

Und wer,dem Einzelnen verpflichtet,
im Staube kniet und sich wie brennend gibt,
den Schwachen und Halbzerstörten ein Lächeln,
den Anderen ein Ärgernis,
hälst du ihn aus?

Eine,die von euren Lügen gar so satt,
zermürbt ist und eure Wahrheit nicht
mehr fressen mag,
mit wahrer Gier ein anderes Leben sucht,
mit lauter Grandiosität auf ihre schiefe Fresse fällt.
Beweise,dass es böse ist!

Und wem eure schöne Barbiewelt zu prächtig,
in ihrer Pracht zu schal,in ihrer Buntheit trist-
"Nein,wie unangenehm und immer ganz in schwarz
und das ganze Metall im Gesicht,
nicht zum Aushalten!"
Anders,immer und vor allem,anders.

Einer,der sich ganz und gar und allen gibt,
dem sehr egal ist,was es kostet,
nur manchmal wichtig,was es bringt,
auch das nicht immer,
wenn er nur sein Gesicht im Spiegel sehen kann,
ohne sich übergeben zu müssen!
"Unerträglich!"Ja,das hatten wir schon...
Beweise,dass es böse ist!

Einer,dessen Dogma es ist,
keine Dogmen zu haben,
deswegen ist er aus der Kirche geflogen,
dann haben ihn die Kommunisten verstoßen,
und in die Läden mit dem schwarzroten Stern
lassen sie ihn nicht mehr rein,
von den sogenannten Volksparteien brauchen wir
an dieser Stelle gar nicht erst zu reden.
Und immer lebt er noch und hat noch immer Freunde,
kommt es auf was andres jetzt noch an?
Einer,der irgendwann mit Lust einst sterben kann.

Und dann auch jene,Frauen und Männer,die
sich für ihresgleichen entschieden haben,
zu lieben,wen sie wollen und lieben,
willst du ihnen den Strick draus drehen?
Gib acht,das reicht nicht,geh heim
 und denke noch mal nach und denk genau...
Beweise,dass es böse ist!

Zun Schluss auch noch die,die anders sind,
die leben unter den Bedingungen von irgendwas-
tote Ohren,tote Augen,keine Sprache,andres Land,
Bewegungen nicht unter Kontrolle,
keinen Verstand in deinem Sinne.
Sie dürfen,sie können,sie sind zu Recht da!

Komm zur Ruhe,sieh dich an!
Frage keinen,doch hinterfrage dich!
Beweise,dass es böse ist!

Du kannst es nicht.
Du kannst es nicht.
Beweise,beweise es!
Beweise,dass es böse ist!

Dukannst es nicht.
Du kannst es nicht.
Beweise,beweise es!
Beweise,dass es böse ist!

Samstag, 19. März 2011

Der Liebende

So trinke auf dem Grund jeder Nacht
Empfindungen mit zunehmendem Durst,
jedes Wort erschütternd,
schwere Fragen aufwerfend,
an den Grundfesten rührend,
fast unaushaltbar intensiv,
der Liebe verpflichtet.

Komm mit

Gehe mit mir
die gewundene Treppe
in beide Richtungen,
tanze den Tanz mit mir,
trinke den Schwindel,
in jeder Hinsicht wesentlich,
mal schwer,mal leicht,
doch immer,immer sehr.

Freitag, 18. März 2011

Der Tag

Morgens

Das Blei des Vergessens
verschweigt den Preis
des Beharrens-wie lang?

Mittags

Das weiße Feuer brennt
seine fragende Spur in den Tag,
der morgen war-warum?

Abends

Die Vielheit im bunten Egal
wird lauter und schneller,
vergeblich-wofür?

Nachts

Die Stille brüllt,
das Wachs der Verbindung
fängt Feuer,
kein Wort dringt durch-wer?

Dienstag, 8. März 2011

Wunderatmer

Ich bin mein Leben lang
ein Wunderatmer geblieben,
ein Rätsellösungwohlversucher
und demütig geübt darin.

Montag, 7. März 2011

Legende

Legendenbildung ist der entscheidene Trieb.
Weil wir im Grunde herzlich wenig wissen.
Wissen nicht wohin wir gehen,
woher wir kamen,wie alles funktioniert.
Weil ungenaue Anhaltspunkte alles sind
was wir haben,müssen wir Legenden machen,
die wir ertragen und überblicken.

Vieh,das in der Wüste weidet

Irgendwann einmal alles verstehen,
keine Unergründlichkeiten.
Irgendwo mal einen Haken hinter machen,
und kein weiteres Fragezeichen.
Zu verstehen warum man nicht versteht,
wäre eventuell schon genug.
Nüchtern und unentsetzt,
zufrieden mit dem Ungenügen,
die Welt ist ein unerkanntes Gesetz.
Der Hirne Kinder sind missraten,
wer ist man nur und woran leidet man?
Gescheitert an der Unbesambarkeit der Weite,
ein Vieh,das in der Wüste weidet.

Mut

Sein Leben zu leben
 ist mutig.
Nicht Held sein,
nicht hoch hinaus,
ein ganz normales Leben
mit Einkauf und Wäsche
und Sonntagskaffee
zu leben ist mutig.

Liebesspiel

Anmutig neigt sich die Zartheit unserer Glieder einander zu und flüstert.
Rehe im Wald,sich zärtlich beschnuppernd.

Einer Quelle gleich springt unsere Kraft aus dem Mamor der Körper hervor.
Wasser der Lust,die überfließen.

Ineinander verflochten sind wir-wer will uns trennen?
Im Regen unserer Erregung leuchtet das Blattwerk feucht.

Glänzendes Element.
Wir sind aus brennendem Silber.

Hinterfragt

Sagte da wer,die Liebe sei leicht?
Er hat sich geirrt,die Liebe ist schwer.

Es ist süßschwer,wenn sie kommt,
in der Erschütterung zu sein,
die sie auslöst,
in jedem Moment
jeglicher Sicherheit,
aller Souveränität verlustig.
Es ist süßschwer so neu zu sein
und allen Stürmen offen.

Es ist schwer,wenn sie bleibt,
jeden Tag aufs neue die Kräfte
zu bannen,die die Liebe vertreiben
wollen-Erinnerung,Erfahrung,Ängste,
Alltag,Gewöhnung,Routine,Versuchung.

Es ist schwer,wenn sie geht,
den Verlust zu ertragen,
seinen Anteil  auf sich zu nehmen,
mit Verletzung und Schmerz
am Leben zu bleiben.

Sagte da wer,die Liebe sei leicht?
Er hat sich geirrt,die Liebe ist schwer.

Einsam

Die Nacht,eine Tür worein mein Schlüssel passt-mehr nicht.
.
Ein Blick aus dem Fenster auf den verschneiten Park,
immer hell,ein paar Laternen bescheinen die Flächen.
Mehr nicht.

Die Nacht,eine Tür worein mein Schlüssel passt-mehr nicht.

Nur eine Feder,die übers Papier kratzt,Zigarettenrauch,
eine Kerze und die Lieder von Brel.
Mehr nicht.

Aussöhnung (Die Traurigkeit)

Willkommen Schwarze Königin,
kommst du erneut dein Reich
in Augenschein zu nehmen?
Sag mir,wie findest du dein Land,
nach langer Abwesenheit,
findest du es schlecht bestellt?
Immer noch ist dein Platz hier,
zwischen deinen Schatten,die
blasser geworden sind und rarer.
Dein Thron ist von einem neuen
Leuchten mürbe geworden,
noch hält er dich,nimm Platz.
Ich brauche dir nicht mehr
meine Streitmacht entgegenzusenden
und keine Diplomaten,denn
auch du kommst allein.
So wohne denn hier,
schwarze Königin,
so lange es dir gefällt.
Willkommen,schwere,alte Freundin.

Die Unendlichkeit

Irgendwo warten die Toten auf uns.
Sie harren unserer Ankunft,dort,
wohin sie gegangen sind,
nachdem sie uns verließen.

Es lärmt in der Unendlichkeit,
ein schöner Krach.
Eisiges,klirrendes Lachen.

Die Toten lachen unentwegt,
sie können nicht anders.
Sie sind tot und
haben die entsprechende Perspektive.

Manchmal in den langen Nächten
kannst du die Toten lachen hören.

In deinen Träumen kannst du sie sehen
und es gibt Tage,an denen ihre Stimmen
in deinem Kopf wohnen,
dir die Ruhe nehmen
und dir ein bisschen Angst machen.

Tote kennen kein Mitleid.

Mittwoch, 2. März 2011

Sternaugenrätsel

Deine Augen sehen auf meinen Grund,
bleiben unten,steigen auf,
leuchten mir an meinem Himmel.
Rätsel voller Wunder,
Wunder voller Rätsel,
ein Balsam und ein Stachel
und irgendwie so an mir,
wie mein rechter Arm,
so in mir,
wie jedes kaum geahnte Geheimnis,
das ich in mir trage,
so unlösbar,
wie die Wurzel aus unendlich,
so irreal wie die Zahl PI,
so wirklich,
wie jeder Buchstabe,
den ich schrieb.

Samstag, 19. Februar 2011

Krieg in der Straßenbahn

Krieg,Krieg in der Straßenbahn
man sieht einander feindlich an.
Was der Andre jetzt wohl denken mag?
...ist den Meisten scheißegal.

Kopf,Kopf gefüllt mit hohlen Phrasen.
Hohle Phrasen liegen im Magen.
Diese Angst.
Du büßt für das Risiko
lebenslang zu sterben.
Verzweifelt und leer.

Wegzusehen,wenn einer dich anschaut
ist ein Akt der Aggression.
Den freundlichen Blick unerwidert abzutun
ist ein Schlag.

Zeitung,wie du sie hälst,
ist ein Schützengraben.
Und es gibt auch Blicke wie Flugabwehrgeschütze
oder Granaten.
Die Alternative dazu in Deckung zu gehen
ist anzugreifen.

Und es hilft jetzt nicht zu reden
ändert sich nichts mehr.
Wo gehobelt wird da fallen Späne.
Wo geschossen wird da bleiben welche liegen.

Sieh mich nicht so an:
es herrscht Krieg!
Krieg in der Straßenbahn.

Mutvergiftung

Ich habe mir,
und weiß nicht wo
und weiß nicht wie,
es tut nicht weh,
es zieht nur so
zwischen den Lappen
und im Knie,
eine Mutvergiftung zugezogen.

Wie alleine ich auch immer war
heute bin ich mehr alleine
wie groß ich geworden sein mag
ich bin immer noch der Kleine
oft schon wurde Verzweiflung in mir groß
noch verzweifelter war ich nie
such mir Halt in deinem Schoß.

Kein Arzt,der mir noch helfen kann,
wer weiß wovon ich rede
leidet selber dran-
Mutvergiftung,Mutvergiftung.

Sonntag, 13. Februar 2011

Klaras Traum

Ich träume davon,
ein Leben zu beenden,
das kaum begonnen hat.

Ich träume davon,
auszubrechen
aus dem ewigen Kreislauf
von Erfolg und Misserfolg,
von Besitz und Verlust.
Alles gibt sich die Hand
und hält sich an den Füßen fest.
Längst kannst du nicht mehr
und immer sollst du müssen.
Immer noch weiter,immer voran.

Ich träume davon
mein Schicksal links liegen
zu lassen.
Das Rad anzuhalten,
auszusteigen und
fort zu bleiben.
Weil sich alles wiederholt,
nie stehen bleibt,
es keinen Ausweg gibt
und keine Schonung.
Bett bleibt Bett
und
Sex bleibt Sex
und
irgendwann
musst du immer
frühstücken.
Kein Leben ohne Langeweile,
keine Sensation währt ewig,
nichts ist so neu,dass du es
nicht schon kennst.
Ich will nicht mehr.
Nicht mehr
pausenlose Wiederholung,
ich warte auf den Rausch
ohne Kater und bekomm
den Kater ohne Rausch.
Ich will den Knopf,
auf den ich drücke und
Aus bleibt Aus!

Ich träume davon
alleine zu sein
und niemand mehr
zu brauchen.

"Ich hab zum Sterben kein Talent und bin zum Leben kaum begabt."

Ich bin müde und bereit zu schlafen.
Ich bin am Ende angelangt und
will keinen neuen Anfang mehr,
weil der Punkt kommt,wo ich
die Geschichte kenne und schon
weiß wie es weiter geht.
Dem Leben selbst, in seiner
veränderlichen Gleichförmigkeit,
seiner gleichförmigen Veränderlichkeit,
diesem janusköpfigen Leben,
das in jedem Moment zehntausend
Gesichter hat,
will ich die Nase drehen.

Ich träume davon,
der Notwendigkeit zu leben,
ebenso wie der Notwendigkeit
zu sterben,
Fratzen zu schneiden.

Zwischen den Momenten

Es gibt keinen Weg,
es gibt nur das Gehen.

Zwischen den Momenten
die gläserne Haut,
du siehst nicht,wie es
von einem Moment
zum anderen kommt und
du siehst nicht ob.
Wenn du angekommen bist in
dem Moment,
ist er verschwunden,
du siehst den nächsten Moment,
tastest,wund und vergeblich, an
der gläsernen Haut.

Von den zartesten Dingen eines,
auch dies.

Sternbildlich

Skorpion,
ich küsse deinen Stachel,
lecke du meine Wunden.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Sternaugen

Mich rühren deine Augen sehr,
sag mir,woraus sind sie gemacht?
Sie haben mir ein Flüstern überbracht.
In ihrem Grün ist Seelenmeer.

Als ob ein Elf sie in der Nacht vergraben,
da Leiden in den Welten sangen,
und trüb die Himmel warn verhangen,
wer waren sie,die sie ihm gaben?

In ihnen Licht aus Wassertiefen,
Schrecken,mühsam nur gebannt,
getuscht von schmerzlich zarter Hand,
mir ist,als ob sie nach mir riefen.

Überlebende

Steine,die auf den Grund eines Flusses
gesunken sind,tragen,wenn sie die Bewegung
der Zeiten wieder ans Ufer gespült hat,
noch Grund an sich.

Etwas in deinen Augen ist wie diese Steine,
trägt Müdigkeit und Schwere und etwas Altes,
Nicht Vergessenes.
Da ist in deinen Augen Verletzung.
Schmerz,der einen unruhigen Schlaf schläft
und Traurigkeit,die vor der Zeit
ihren Ursprung hat.

Deine Augen, die das flutmüde Grün
verwunschener Meere haben,
tragen Grund an sich,wie die Steine
am Flussufer.

In dir schlägt Wellen ein Suchen,
das nicht endet und mit warmer
Neugierde alles will und alles
möglich findet.Verbunden mit allem,
in dir ein Wesentliches.

Kein Brunnen,der,und wäre er
auch ohne Boden,an Tiefe dir
gleich käme.
Du trägst das nicht wie ein Wappen,
wie eine Auszeichnung,dich ruft
die Tiefe wie eine Aufgabe.

Daher kommts,dass du auf deiner Suche bist,
als Eine,die überlebt hat und nach wie vor da.
Verbunden mit deiner Kraft,die dem Leben Sinn gibt
und dem Sinn Leben.
Das Leben liebend,weil du den Tod kennst,
die Liebe lebend.Auf dem Weg.
Du lebst von Bildern,atmest Worte.
Es ist in dir etwas,das versteht.

Die Kraft in dir ist,weil du sie brauchst,
weil ohne sie du nicht mehr wärest
und weil sie ist.
Nicht alleine du brauchst die Kraft,
sie braucht auch dich,du bist die
Wohnung,die sie nahm.
Ohne dichwäre sie bloß ein leeres Vermögen,
müsste umherirren in den Welten,ziellos
heimatlos,Bestimmung suchend,ein zum
Tode geborener Stern.
Es müsste ja denn erst einen Menschen geben,
der trüge was sie kann und wie sie wiegt.
Deine Kraft wäre verloren ohne dich und du
wärest nicht ohne sie.

So wird und ist dein Leben eine Feier der Möglichkeit.

Was in mir ist

Das in mir ist
ein Taubenlid,
die bloße Ahnung
eines Wunsches,
unfassbar zart,
so fein,so leise-
Blütenregen.

Das in mir ist
ein Schrei,ein Sturm,
der tiefe Sturz,
ein Brand,ein Donnern.

Das in mir-
eine ganze Welt.
Nächte,schwärzer
als der dunkle Mond.
Tage, heller
als der erste Morgen.

Das in mir schreit
und es singt,
es feiert rauschhaft Feste,
es liegt danieder,
es steigt und es sinkt.

Das in mir ist ein Rätselwald
mit lauter lichten Stellen.
Es ist vertraut
und es ist fremd,
will sich nicht mehr
verstecken.

Und in mir ist da ein Gefühl,
inmitten seiner Schwestern.
Es schweigt niemals,
es ist lautstill,
ist unter meiner Haut
und überall.
Und alle Worte,
die ich dafür find,
sind ein Ungenügen.

Dieses Gefühl,
das ich meine-
es hat mit dir zu tun.
Da ich es nicht besser weiss,
muss ich es Liebe nennen.
Doch Worte sind,
wie gesagt,
ein Ungenügen.

Berührung

Berührung ist ein Ruf nach Land
und Kuss ein Leuchtturm,der
die Barke leitet
über den Ozean,durch schwere See,
und ein Zerschellen jeder Atemzug.

Zwischen den Klippen deiner Lust
finde ich mich in hundert Stücken wieder
in den Steinen,wie in Funken zerstoben.
Heiler als in diesem Moment,
gänzer und größer war ich nie.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Schlaf mit mir

Könnte ich in deinem Lachen ertrinken
ich wäre gerne ein Etrinkender.

Könnte ich an deinem Schweigen zerbrechen
wie ein Glas...wie gerne wäre ich das.

Könnte ich sterben in deinem Geheimnis-
ein letztes Mal noch würde ich,
mich aufbäumend in dir,schreien,
rufen nach meinem Ursprung,
und dann nie mehr,
ein letztes Mal mich
in dir verströmen
und dann nie mehr.

Das alles kann ich nicht.
Aber ich kann:

Ich kann dein Lachen trinken
wie einen Wein und froh werden daran.

Ich kann dein Schweigen atmen
wie die klare Luft.
Dezembermorgen.

Ich kann die Ewigkeit auf
einen Lippen schmecken.

Ich kann mich in dir verflüstern,
auflösen,in tausend funkelnde
Scherben zerspringen und dann,
neugeboren,ein Faktum sein,
vor dem ein Gott sein Haupt
neigen muss.

Das kann ich.

Am Telefon

Da liegt ein Weites Feld
zwischen uns,
überbrückt mit Drähten,
wir sehen uns nicht,
wir hören uns nur,
soweit normal.

Wenn es so wäre,
wäre es so,
bloß das Telefon.

Tagesgeschäft seit
langer Zeit,machen
viele Leute täglich,
rund um die Uhr,
rund um den Globus,
nichts dabei.

Es ist nur eben
ganz anders.
Wenn ich die Augen
schließe,
dann sitzt du hier
auf meiner Schulter,
schmiegst dein Haar
an meines-
dein Haar,mein Gott,
dein Haar!-
ich fühle deinen Atem
wie einen Kuss,
alles tut weh,
falle vom Stuhl
und frage mich:
Ich bin doch nun
wirklich nicht erst
seit gestern auf der Welt,
weiß was das ist-
ein Telefon.
Aber diese telepathische Gegenwelt,
eine mystische Erfahrung,
spiritistische Sitzung und
reden stört da fast-
das gab es nie,das kannte
ich nicht,das ist...
weiß der Himmel was das ist-
telefonieren ist das nicht!

Meditatio

Wir werden noch oft geboren
nach der ersten Geburt.
Wir sterben viele Tode
 bis zum letzten Tod.
Jedes Bleiben ist nur Aufenthalt
und jede Ankunft ist ein Weitergehen.

Herbstgeburt

Neu mischt sich Mai in das Erleben,
drinnen taut es,draußen beißt der Frost,
es singt ein junges Regen unterm Rost,
Mond tanzt,Sterne haben sich begeben.

Alt wirbt noch Traurigkeit um unsre Seelen,
Verletzung,Schorf schimmert matt in Schlieren,
es muss nicht immer kalt sein,wenn wir frieren,
bleibt nichts zu fragen,wenn die Parzen wählen.

Wir haben beide manches überlebt.
Nach wievor sind wir noch da,
jetzt sind wir das,was keiner sah,
ein Flügel,den ein Engel hebt.

Was Du mir bist

Du nimmst das Schwere mir nicht.
Du schenkst das Leichte mir nicht.
Aber Du bist dabei,wenn das Schwere
ein wenig leichter wird und
das Leichte federt.
Kein Diebstahl an meiner Seele.
Mein konkretes Nirgendwo leuchtest
Du nur aus,zeigst mir was darinnen ist.

Du hast Wohnstatt genommen
in meinen Träumen,meinen Nächten
und tags.

Du hast meinen Namen gerufen,
ich kannte ihn nicht,doch
ich habe gehört.

Du bist in meiner Freude,
deine Anteilnahme begleitet
meinen Weg,mein Ziel und
den Weg hinter dem Ziel,
mein Ankommen,
mein Weitergehen.

Du bist nah,wenn Du weit weg bist,
mondweit entfernt bist doch nie fern.

Deine Schönheit ist in mir und deine
Augen trinken mich sanft,Zug um Zug,
bis zur Neige und darüber hinaus
und jedes Mal bin ich wie neu.

Und Küsse,sowieso,sind Neugeburt,
sind Trank und Nahrung.

Wenn ich dich auf mir spüre,
deine Hände,deine Lippen,deine Haut,
dann ist es ein Gespräch unserer Seelen.
Sie schweben zusammen ein,
verbinden sich und erkennen einander.

Sonntag, 6. Februar 2011

nur mal so

Ich möchte dich ganz sanft berühren,
wie ein Atmen fast,mit einem Finger bloß
deine Wirbelsäule entlangfahren,
den Rücken hinab gleiten mit diesem einen
Finger,frag nicht mit welchem,such
dir einen aus,entlang bis zu der Stelle...
naja,du weisst ja wo das endet...

Der Maurer wundert sich

Risse im Mauerwerk bis ganz tief unten,
Sprünge im Fundament.
Das Gebäude macht nicht das,
was man von ihm erwarten könnte-
es stürzt nicht ein!
O nein,es wächst und scheint immer stabiler zu weden,
unterliegt keiner Brüchigkeit,widersteht jeder Statik,
wächst,wird größer,wird stärker.
Der Maurer wundert sich,
der Architekt grüßt aus der Fernsee.
Keiner weiss.
Das Haus wächst.

Erkenntnis

-Lass das Mondlicht herein
-Sanft ausgegossen über deinen wundersamen Körper,
bleich und mild
-Und über deinen und über deinen
Warum hast du nicht 40 Hände?
-Nimmst du deine hinzu,sind es schon vier,
Schließe deine Augen und es werden vierzig sein
-Was tust du,o,was tust du?
-Deine erstaunte Haut,was für ein mädchenhaftes Wunder
-In mich,komm in mich
-Ich werde in dir...
-Ich werde außer mir sein
 Ich spüre dich so schwer in mir,so angewachsen,so vertraut
-Ich löse mich in dir auf,nehme Wohnung in deinem Unterleib
Ich nehme meine Augen auf,dass sie nicht verbrennen und blind
werden in deinem Licht
-Lass mir deine Augen
-Zu schön,ich kann es nicht,ich stürze!
-Warum fliegst du nicht,Ikarus?
-Er kam der Sonne zu nahe und stürzte ins Meer
-Unterschlupf suchen unter deiner Achselhöhle,wie eine Schwalbe
-Alleine sind wir ganz
-Zusammen sind wir auch ganz,wie passt das zusammen?
-Können wir das Glück enträtseln?
-Wir erkennen unser Glück...
-...und lassen sein,was wir nicht verstehen
-Wohin führt unser Weg?
-Zu dir,zu mir,am Ende zu dir,zu mir!
-Magisches Wir,ein Puzzle,bei dem die fehlenden Teile wie von
Zauberhand auftauchen...
_...und sich leuchtend in ihr Bild senken
Und alles sind ganz wir,wir ganz,nicht alleine halb und erst
zusammen zur Gänze,sondern zwi Einzelne,die schon für sich ganz sind
und doppelt ganz sind im Wir
-Wenn wir uns verlieren,können wir uns dann behalten?
-Ja,das können wir
Nie Entweder-Oder,immer Sowohl-als Auch
-Die Vergeblichkeit zusammen legen zur Unvergänglichkeit
-Die Passionsblume blüht gegen den Tod.

Zu dir hin

Die Sehnsucht nagt schwer,
der Zug quält sich die Geraden entlang,
unendlich langsam-249 km pro Stunde-höchstens!;
Geht mir alles nicht schnell genug.
Ich will jetzt!Bei dir sein!Sofort!

Da kommt mir ein Gedanke-
Ich schicke mein Lächeln auf den Flug.
Es mag dann,wie ein Traum,
über deinem Bett kreisen
und dir sagen:
Er ist unterwegs,er ist fast da,
er ist immer bei dir.
Das zu wissen wird meine Sehnsucht
ertragbar machen.
Was?Echt erst Mannheim?

Mittwoch, 2. Februar 2011

Ewiges und wahres Wir

Bisweilen sind unsere Freuden betagt
und unser Sehnen friert sehr
wir sind so bis ins Tiefste verzagt,
der Kiel taucht nicht ins Meer.

Mitunter von allen Ängsten bewegt,
beschwert von Blei und Gedanken,
als sei in uns ein Feuer gelegt,
als ob ein Gift wir tranken.

Und doch weiß ich ganz sehr und ganz tief,
uns kann doch nichts passieren,
denn du bist,die mich beim Namen rief,
wir können uns nicht verlieren.

Und wir sind in ein All gelegt,
das lauter um sein Dasein streitet,
ein Wort,das einen Gott bewegt,
der seine Arme um uns breitet.

Es ist darum,weil wir vor Zeiten
uns nah und einzig waren,
so wolln wir sanft uns um uns breiten,
ein ewig und ein armes Wir,
die Sterne um uns scharen.

Wir haben uns erkannt,
wir haben uns geküsst,
einander lange verwandt,
haben uns lange vermisst.

Wir sind auf unserem eigenen Weg,
wir sind mit Erz verbunden,
wir tanzen auf einem Wolkensteg,
es eignen uns die Stunden.

Dienstag, 1. Februar 2011

Einiges über Liebe

Es ist nicht bloß das,
was geschieht,
nicht Sehnsucht und
nicht Gegenwart,
was uns das Leben prägt.

Wir können vor Glück
 kaum atmen,
wir erleben uns mit einer
vorweltlichen Macht
und lieben um unser Leben.

Jeder Sekunde an jedem Tag
sind wir uns gewiss.

In diesen Tiefen,
die brodeln und brausen
wohnt nicht nur das,
auch wenn es scheinen mag,
als wäre kein Platz
für etwas anderes als uns.

Wir sind,wie die See,
von unten her bewegt,
und wie die See ruhen
wir niemals so ganz.
Wenn wir in Bewegung
 geraten sind,
bewegt es sich
in uns weiter,
und zwar alles,
und wir haben nichts,
was wir dagegen tun
können.

Das Leben geht in vielen
Schichten voran und vor/zurück.
Alles führt weiter,
ein Jedes nehmen wir mit.

Wenn wir so sehr lieben,
dass jeder Muskel schmerzt,
dann ist auch jedes andere
Gefühl in uns in Schwingung,
dann sind wir ganz Gefühl
und Abgrenzung ist schwer.

So kommt es,dass wir manchmal
weinen,vor Glück und drumherum,
dass sich Traurigkeit und Schmerz
in unser Fühlen mischt und
manches schwierig ist.

Hineingehen,
durcherfahren,
nicht wehren
dankbar sein.

Bei dir

Bei dir
wenn du dich verschenkst
in all deiner dir eigenen
Güte.
Bei dir
wenn du der mütterlichen
Natur eine liebende Tochter
bist.
Bei dir
wenn du Fragen sammelst
wie Maiblumen am Wegesrand
und Gedanken aufnimmst
mit zärtlicher Gebärde
wie die Sonne Tautropfen leckt
von den Morgenwiesen.
Bei dir
wenn du Karotten die krishnafarbenen
Häute nimmst
und kochen die Kartoffeln schon?
Bei dir
wenn du Schmerz und Mitgefühl
und Trost und Traurigkeit
buchstabierst mit seelenvoller
Hingabe.

Und ob es anders nicht
sein könnte
und länger schon als immer...
bei dir.

Nicht allein

Du bist nicht hier,
wo bist denn du?
Ich laufe raus zur Tür,
stolpere über ein eiziges
langes blondes Haar-
es ist von dir,
du bist nicht da.

Da steht der Mond
auf seinem Weg,
ich frage ihn:
"Wo ist sie?"
Er weiss es leider nicht.
Und alle seine Sterne wissens nicht.
Es tut ihnen leid,doch sie wissens nicht.
Weiter stolpere ich meinen Weg,
treff die Katze beim Mausen.
Sie hat keine Zeit für mich
und totzdem frage ich:
"Wo ist sie?"
Mit ihren großen gelben Augen
bittet sie mich um Verzeihung.
Sie weiß es nicht und kann doch nicht
beim Suchen helfen.
Ich frag noch manchen,
lange Nacht,
frag Baum und Fisch
und Strauch.
"Wo ist sie?Wo ist sie?"
Keiner kann mir helfen-O weh!
Als ich ins Haus zurück komme
blicke ich unters Bett,kehre die Kiste um,
schau in der Badewanne.
Du bist nicht da.

Doch als ich später,
beim Zähneputzen,
 in den Spiegel schaue
seh ich die Sterne in meinen Augen:
Sehnsucht,Verlangen,Erfüllung.
Da bist du.

Der weite Weg

Dein tiefempfundenes Erleben
berührt mich in Schichten
meines Wesens,
die so alt scheinen,
dass es sein mag,
das du mich einst bereits berührtest,
genau da.

Es ist so leicht zu sprechen
von Haut,die meine Fingerkuppen
durch ihre Berührung erst erschaffen hat.
Zu sprechen von Brüsten,die mich anrühren,
wie das Schluchzen eines Kindes.
So leicht zu reden von der Milde
deiner Küsse.
Und so notwendig es scheint,
von der Verzauberung,die ausgeht von
deinem Haar,das Gedichte hat
und Wunder webt,
ich möchte sprechen von einem Du,
dass noch unter all dem liegt.

Von einem Du,das meinem Ich so
eingeschrieben ist,
dass unvorstellbar scheint,
dass das Eine ohne das Andere
in der Lage war zu existieren.
Und jetzt,wo wir uns passiert sind
in einem Maße,dass
sich selbst die tiefste See
noch vor unserer Tiefe verneigt,
die höchsten Berge demutsvoll
auf unsere Höhen starren,
jetzt ist es so,als sei ich
nach langer Wanderung,
nach Irr-und Wirrflug durch
dunkelste Nächte und nebelvolle Tage
nachhause gekommen.
Ein langer Weg,der jetzt zuende ist
und ein neuer hat begonnen.

Die Flucht ist zuende.
Jetzt weiss ich was Heimat ist.

Vielleicht

Manchmal ist es nur ein Wort,
das den Unterschied ausmacht,
manchmal kein Wort,
vielleicht noch weniger
 macht einen Unterschied,
wichtiger nichts als dieses eine.

Vielleicht ist es nur ein Winziges,
eine Geste,eine einzige Berührung,
spür genau sie wahrzunehmen,
schon gleich ist sie vergangen,
hinterlässt keinen Stempel in der Zeit,
keine Spur und doch:
Nichts wichtiger.

Von den zartesten Dingen eines ist dies.

Montag, 31. Januar 2011

Dein Haar

Dein Haar ist ein Gewerbe voller Spezialisten,
die eine Methode fanden,das Licht zu bannen,
das ein Stern in seinem Innern trägt.

Dein Haar verwandelt in Erfüllung die Berührung,
die so zart ist,so demutsvoll,
wie das Empfinden eines Forschers,
der weiss,dass er die wichtigste Entdeckung
seines Lebens machte und auch,dass
sie ihm nichts einbringen wird,
er nicht einmal davon erzählen kann,
keinen Preis gewinnen,
kein Buch schreiben
und dennoch ist ihm nie nichts wichtiger
gewesen,wird nichts ihm jemals mehr wert sein.

So ist es dein Haar zu berühren,
ein Rendezvous mit unerhört
Besonderem.

Nesterbauer

Ich baue Nester dir ins Haar
der Vogel Wahrheit landet drin
und fühlt sich da.
Wir werden für seine Jungen sorgen-
was wird aus ihnen werden-morgen?
Ich taste deinen Körper ab
mit Händen wie ein Blinder,
und meine Fingerkuppen fühlen sich
als wären deiner Haut sie Kinder.

Ich würd ja gern...

Ich würd so gern
und kann es nicht,
ein Weilchen mal
in deinem Kopf
verbringen,
nur um zu wissen
wie sich das anfühlt,
du zu sein.
Wenn ich es könnte,
ich fürchte nur,
ich würde nicht mehr
herausfinden
und wo wäre dann-
ich...?

Nachtgruß

Ich wünsche dir nicht süße Träume
ich wünsche dem Traum
die Schönheit deines Wesens.
Ich wünsche dir keine gute Nacht
ich wünsche dich der Nacht
zur schönen Schwester.

Die Wahrheit

Was wir nicht verstehen ist
 umso wahrscheinlicher.
Die Wahrheit ist ein Vogel
 mit tausend
schwarzgraubunten Federn
und ein paar weißen dazwischen.

Spiegelwelt

Wie ist die Welt mit Spiegeln zugemauert,
am Ende jeder Gasse einer.
Keinen Schritt gehst du unbemerkt,
immer kreuzt jemand deinen Weg,
den du zu kennen glaubst,
das Gesetz des Spiegels ist
wie Eisen und Eiche.

Du selber hast auch genau
den Wert,den ein anderer
in dir erkennt,was er sieht
in dir ist nur das,was er
von sich selber weiß.

Die Spiegelwelt hält uns mit Zangen.
Wir alle haben Angst vor Scherben.

Weisst du...

...du musst daran glauben,
wir haben der Welt
Erhebliches zu geben.
Und jetzt ran,
steh da nicht rum,
na los,
die Welt wartet auf uns,
die Sterne warten auf uns
und der leuchtende Kern in uns
wartet schon seit Ewigkeiten.

Allgegenwart

Fühlst du mich
in den Poren der Luft,
im Tau des Schweigens,
in der Allgegenwärtigkeit
deines Atmens und
Herzschlagens?
Fühlst du mich in den
Sekunden,
Minuten,
Stunden,
Tagen
wenn wir nicht
beisammen sind,
wenn ich nicht da bin,
du nicht hier,
meine Abwesenheit
ist sie so wie deine?

Myschkin

Beschluss

Ich beschließe hiermit feierlich:
Meine Beschlüsse nicht zu hinterfragen,
dem Kater Mäuse hinterherzutragen,
mit Kanonenkugeln Spatzen zu jagen,
mit Erbsen auf Elefanten zu schießen
und gar nichts mehr zu beschließen.
Ich werde Wachs und werde unknetbar
und wer nicht versteht,den verstehe ich.

Sprichwörtlich

Wie lange geht der Krug zum Brunnen
bis er Beulen kriegt und bricht
und kann man nachher noch draus trinken.?

Mittwoch, 26. Januar 2011

Winter in Deutschland

Winter ist im kleingermanischen Despotanien.
Dass du den Start verpennst,heißt noch nicht zwangsläufig
dass du das Rennen verlierst,aber einen Zahn zulegen solltest du.
Nebel fällt wie Blätter aus den Bäumen,der Wind bläst von vorne
und weit oben.Neben dem Weg liegen die Gestürzten,Durchgefallenen
und wer hat noch Lust,die Hände aus den Taschen zu nehmen,
um ihnen aufzuhelfen?Wieviel Zeit bleibt noch und wofür ist sie gut?
Weihnachten kommt wie immer überraschend,wird immer lauter und lügt.
Herzen,Seelen und Träume der Menschen sind verschneit und wenn du frierst,
hat das nicht unbedingt mit dem Thermometerstand zu tun.
Ernüchtert aus dem Nebel auftauchen und feststellen,dass man sich noch auf der
Strecke befindet,immer noch,weiter und fort,wer stehen bleibt wird gelaufen.

Dienstag, 25. Januar 2011

Mondlos

Lichtflecken tanzen über der Nacht.
Rufe hallen lang durch dunkle Räume.
Wo hast du die Zeit verbracht?
Wie stehts mit der Trächtigkeit der Träume?

Weißmaskenhafte Traurigkeit
Schwarzlippiges Lachen
Graubunter Sprung in der Zeit
Sinnschwerluftleise Sachen

Bei dir sein

Bei dir sein
gleich wie
gleich wo
ungleich
wann
jetztgleich
immer
bei dir sein

Montag, 24. Januar 2011

Es tut mir leid

Du sagst,du liebst mich
und ich glaube das auch,
flüsterst liebe Worte
streichelst über meinen Bauch,
bist entzückt über meine Haut,
verwöhnst mich,bis alle Spannung weicht,
du sagst,du liebst mich,
ich weiß nicht,ob das reicht.

Denn in mir wohnt,
in allen Nächten thront
das Schwarze,Wilde,Ungezähmte
in allen Stunden
in allem,dessen ich mich schämte:
ein Ich.

Jetzt willst du wissen,was das heißt.
ich widerspreche allem,was du weißt
und meine Worte und mein Blick
sind Messer,Pulver dir und Strick.
So ehrlich wollend du nach meinem
Fühlen langst
letztlich gruselts dich,
mache ich dir Angst.

Denn in mir wohnt,
in allen Nächten thront
das Schwarze,Wilde,Ungezähmte,
in allen Stunden,
in allem,dessen ich mich schämte:
ein Ich.

Bleib bei mir!
Nein,verschwinde!
Ich sitze zwischen Stamm und Rinde.
Geh doch!
Bleib mir vom Leib!
Ach,nein,verzeih!
Und bitte:Bleib!

Neujahr

Mir fehlte der Mut zur Wut
und die Traute zur Flaute,
setzte mich hin,trank,rauchte,
weiß Gott,was ich brauchte.

Kopf voller Blut,das sich stauchte,
keine Ahnung,weiß kein Schwein,
gibt es Glück auf Krankenschein?

Was weiß ich schon von unsrem Sein,
Küchenlatein,
nur meine Ahnungslosigkeit ist mein.

Deine Worte

Du hast gefragt:
"Was erlaube ich mir?"
"Wie frei will ich überhaupt werden?"
Dann hast du gesagt:
"Die Gefangenschaft hat mir ihr Gesicht gezeigt,
ich weiß,was ich zu erwarten hab und worauf
ich nicht zu hoffen brauche."
Und:
"Die Freiheit ist nah,der Ausgang ist da..."
Jetzt sitzt du hier und stellst Fragen,
errichtest einen Ring aus Stein zur
Verteidigung gegen offene Arme.
Wie frei willst du werden?

Sonntag, 23. Januar 2011

Parken sie nicht hier

Höher,schneller,weiter
aber nicht abstürzen
innehalten oder nachdenken,
bloß auf nichts verlassen,
nicht mal auf dich selbst.
Immer
chick und charmant
adrett und kokett,
Irrweg inbegriffen,
bloß nichts zugeben,
behalte deine Zweifel
für dich,
behalte deine Schwächen
für dich.
Wehe dir!
Kein Mensch
kann dich
dann noch
brauchen,
man wird
dich in der
Pfeife
rauchen.
Wusstest du
denn nicht
wie heiß du
warst,als sie
dich fallen
ließen.?
Was dir jetzt
alles vor und nach
und hingehalten wird-
lass es sausen!
Hilf dir selbst!
Sonst hilft dir
dein Sozialarbeiter!

Die Stadt, in der wir leben

Moral und Grenzen sind verschwendet,
es fehlt ein Gutes,dem sie dienen,
die Wächter an den Toren sind geblendet,
Züge brennen auf den Schienen.

In der Stadt gebiert die Nacht,
offne Wunden,die nicht bluten,
Strafe,nicht hinter uns gebracht,
die,die sterben,sind die Guten.

Säure sammelt sich in Kuhlen
Blut,Tränen,Dampf und Schmutz,
sich im Elend andrer suhlen,
der letzte Gott heißt Eigennutz.

Der hilflose Helfer

Was du mir gibst
ist ewig Purpur
ist alles andere
als nur schön.
Du bist von einer
düsteren Natur
du lebst in Tiefen
nicht auf Höhn.

Wenn etwas in mir
schreit und stöhnt,
wenn etwas meine
Nächte schlaflos
macht,
dann ist es,dass
du unversöhnt und
deine durstig
Dornennacht.

Was du nicht kannst,
das kann ich nicht für
dich.
Und wenn du gehen
willst,
so kann dich keiner
hindern.
Wo karge, bittre
Höhlung in dich
schlich,
kann niemand,
kann auch ich,
deinen Durst nicht
lindern.

Ich werde wohl
noch manche
lange Weile
an deinem
dunklen Lager
stehn,
ich reich dir
meine Hand,
dich zu
erheben,
doch ich will
nicht um dich
weinen,
ich will mit dir
leben,
und es will
mir scheinen,
wenn das so
weiter geht
kann`s so nicht
weiter gehn.

Ich esse meine Seele nicht

Was immer wir sind
wir sind es nicht sehr
wenn du was hast
willst du es nicht mehr.

Geduld

Der Halm wächst nicht schneller
wenn du dran ziehst,
der Mensch hat sein eigenes
Tempo,
die Pflanze wächst schon
bevor du es siehst,
doch untätig zusehen
schmerzt so.

Es ist so eine Sache
mit der Geduld:
Lerne zu warten,
ohne zu warten.
Niemanden trifft eine
Schuld,
der Mensch ist eine
Wildnis,
kein Garten.

In memoriam Ernst Jandl

Jungmenschen und Altleute
bevölkern die Welt
und dazwischen die Zeitlosen,
von der Flut ans Land gespuckt.
Gesandt und beauftragt
von niemandem,nur auf der Welt,
um den Ausdruck für die
ihnen eigene Form von Demenz
zu finden.

Samstag, 22. Januar 2011

Nachhause

Ich möchte zurück,
in die warmen Wasser
der Berührung tauchen,
Ozeane aus Wohlgefühl durchschwimmen,
meinen Kopf an deiner Schulter.
O ja,Berührung.

Wärme,Wunder,
ganz in dich eingehen,
von deinen Blicken trinken,
mich an deiner Zuneigung berauschen.

Und berührt werden von dir,
jeder Winkel,jeder Ort
auf mir,in mir sehnt sich
nach dem sanften Schlag
deines elektrischen Zaubers.

Zurück,
einziger Ausdruck jeder Enpfindung.
Ich möchte nachhause.

Myschkin

Paar

Das Selbst,
der Andere
stehen sich gegenüber,
beide kennt man nicht
wirklich,aber zu gut
um sich keine Gedanken
machen zu müssen.

Es wird eine Auseinandersetzung
mit viel Liebe geführt werden
möglicherweise für eine lange Zeit,
auf vielen Ebenen,
mit sehr unterschiedlichen Mitteln.

Es geht um wachsen
es geht um reifen.
Es geht um Anziehung,
um Schwellen und deren
Überwindung.
Das Selbst muss einem gewisser werden.
Der Andere wird ungewiss bleiben.
Der Andere ist ein Selbst.
Das Selbst ist der Andere.

Tanze nie außer immer

Du musst deine Widersprüche nicht nur leben-
du musst sie tanzen!

Du musst dein Chaos nicht nur leben-
du musst es tanzen!

Glaub mir das,denn
ich bin Nichttänzer.

Tanze nie außer immer.
Tanze mein Leben.

Der Lächler

Nicht zu denken war
immer schon einfach,
lerntest zu nicken
statt zu verstehn.
Zur Begrüßung das
zahnreichste Lächeln
wird übertroffen
beim Gehn.

Schubst dich einer an
du stößt dich nicht dran,
steigt dir einer auf den Schuh
sagst nix,dann lächelst du.

Hälst dich wacker,lächelst weiter
überwiegend sonnig,sonst heiter.

Dialog

Deine Haut ist erstaunt
kannte sie nicht
das Entzücken hochbereiter Nerven?
Wir haben letztlich
keinen anderen Ausdruck
als uns selbst.
Weil irgendwann Worte
nicht mehr reichen,
weil diese tiefe Erschütterung
in uns keine Grenze
mehr duldet,
nur noch in sich selbst
Ausdruck findet.

Mitunter

Genau dann,wenn
ich dich nicht verstehe
liebe ich dich.

Und wenn ich dich
besser verstehe
als mich selbst
liebe ich dich.

Nur,dass ich dich
verstehe und nicht liebe
kommt nicht vor.

Lautlos

Höre meine unausgesprochenen Worte,
Worte aus stillem Klang,
in der Nirgendzeit gesagt,
Vokabeln einer vorempfundenen
Schalllosigkeit,
unübersetzbar,
wortlosmächtig,
stumm.
Buchstabiere die Lautlosigkeit,
höre ihren schönen Schrei.
Von den zartesten Dingen eines ist dies.

Klein

Nicht nur Großes,Wichtiges,Mächtiges
ist der Worte wert.
Diese Dinge,auch Gedanken,auch Gefühle
werden von ihren Worten
schon gefunden werden,
da muss man sich keine
Sorgen machen.
Es sind die kleinen Dinge,
Gedanken,Gefühle,
vermeintlich Unsagbares,
leicht zu Übersehendes,
das unsere Beachtung verdient,
vielleicht,dass es sonst vergeht,
und wüssten wir dann,
was wir verloren hätten?

Ein Taubenlid,Libellenflügel,
ein Achtel Ölzweig,
die gläsernen Häute zwischen
den Momenten-
die zartesten Dinge der Welt
will ich singen.

Worte

Worte sind solche Wunder,
können so weh tun,
verletzen wie Säure und Metall,
sind so mächtig und so sinnlos,
sind zuviel und zuwenig,
verschwendet wo wir sie für nötig halten,
und wo sie überflüssig scheinen,wichtig.
Worte sind das Größte und das Kleinste,
zu leicht,zu schwer.
Worte fliegen,Worte kleben,
oft wissen Worte nichts,von dem
der sie sagte und der sie sagte,
nichts von ihnen,
fremdes Gelände.
Nichts was wir nötiger bräuchten,
nichts,was wir gedankenloser
vergeudeten.
Und wenn es dann soweit ist,
haben wir keine Worte.

Wortseele

Passt auf die Worte auf,
seid zart zu ihnen
und voller Umsicht und gut.

Denn in ihnen wohnt,
unendlich klein,
verletzlich und verborgen,
ein Geheimnis,das
zu ergründen wir
nicht reif sind.

Wir müssen uns
darum bemühen,
erneut und erneut,
unser ganzes Leben
lang.

Vielleicht dann
werden wir
erkennen.
Bereit und
in der Lage sein
Verantwortung
zu übernehmen.

Vielleicht dann
nehmen wir die
Tatsache ernst,
dass Worte eine
Seele haben.